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1950 - 1970

Wesentliche Innovation: die lebenslange Garantie


Zu Beginn der fünfziger Jahre stellte FACOM 50 000 Teile pro Monat her. Zu Beginn der siebziger Jahre, d.h. zwanzig Jahre später, werden allein am Fertigungsstandort Villeneuve-Le-Roi 50 000 Teile pro Tag gefertigt! 1993 stellt die FACOM-Gruppe mehr als 200 000 Teile pro Tag her. Um die Nachfrage zu erfüllen, werden unbedingt Werkzeugmaschinen benötigt: gewisse Maschinen kommen vom ... Meeresgrund. Es handelte sich um die Fräsen, die aus deutschen Schiffen geborgen wurden, die von den Engländern versenkt worden waren. Zunächst müssen erst einmal die Muscheln abgekratzt werden, bevor sie auseinandergebaut und erneut Betrieb genommen werden können!

Einige der prägenden Neuheiten der Nachkriegszeit waren: 1945 die ersten Abzieher, 1946 die Umschaltknarren, 1948 die ersten Rollgabelschlüssel mit automatischem Spielausgleich, das erste Patent für den Drehmomentschlüssel wurde im gleichen Jahr angemeldet, 1950 die ersten Schraubendreher mit "Isorylgriff". 1954 folgt die Radauswuchtmaschine und 1959 der Metallsägebogen mit automatischer Handstellung.

tournevis isoryl 1955
ISORYL-Schraubendreher -1955


An allen Fronten explodieren die Märkte. Wir möchten nur einige wohlbekannte Beispiele nennen, das Transportwesen (Automobile, Flugzeuge, Züge und bald die Eroberung des Weltalls und die Erforschung der Ozeane) und die mechanischen Industriezweige werden in den folgenden dreißig Jahren mehr Umwälzungen erfahren als in den Jahrhunderten davor.

Die Auswirkungen dieser Explosion auf die Konzeption von Handel und Vertrieb sind nicht weniger spektakulär. André Mosès, der das von seinem Vater begonnene Werk fortführt, bringt aus den Vereinigten Staaten einige neue Ideen zur Betriebsführung und zum Personalmanagement mit. FACOM ist daher, im Vergleich zu einer Menge französischer Unternehmen, ein Vorreiter im Bereich Marketing und sozialer Fortschritt im Unternehmen. 1946 führt FACOM mit dem Vorführ-LKW eine radikale Innovation ein, ein originelles Mittel, um vor Ort präsent zu sein und auf die Wünsche und Anregungen der Kunden eingehen zu können.

Der FACOM-Berater ist mit den Anwendern in den Unternehmen in Kontakt und er nutzt seine Besuche, um neue Werkzeuge vorzustellen, den Katalog zu verteilen und um mit der Basis im Gespräch zu bleiben. Das Vertriebsnetz ist flächendeckend und auf die jeweils in der Branche vorherrschende Anwendung oder den Automobilbereich spezialisiert.

Für den Export werden besondere Anstrengungen unternommen. FACOM sondiert die nordeuropäischen Märkte und den gesamten Mittelmeerraum. Außerdem unternimmt FACOM Vorstöße auf die Märkte in Südamerika und Südostasien. Der Pioniergeist der FACOM-Vorführer geht so weit, dass sie in gewissen Ländern in ihrem Vorführ-LKW essen und schlafen. In Afrika hat einer der FACOM-Vertreter, dessen Gebiet mehrere Millionen Quadratmeter umfasste, seinen LKW von einem ... dressierten Löwen bewachen lassen!

equipe commerciale 1959
Das Vertriebsteam 1959

DIE LEBENSLANGE FACOM-GARANTIE

Die wichtigste Innovation von 1952: die Entscheidung für alle Werkzeuge eine "lebenslange Garantie" zu gewähren. Eine beispiellose Leistung in der europäischen Industrie. Es handelt sich um eine Idee von FACOM, die seitdem oft imitiert, jedoch nie so weitgehend umgesetzt wurde: unsere Garantie ist wirklich "umfassend", ohne zeitliche Beschränkung, unabhängig vom Zustand des Werkzeugs, vorausgesetzt es ist unter "normalen" Bedingungen eingesetzt worden. Heute betrifft diese Garantie immer noch die meisten Werkzeuge im Katalog.

1956 vergrößert sich FACOM, richtet in Villeneuve-Le-Roi, in der Nähe von Orly zunächst eine Schmiede ein und siedelt anschließend alle übrigen Unternehmensteile dort an; wo 460 Mitarbeiter arbeiten. Das Unternehmen wächst so stark, dass die verschiedenen Bereiche bald dezentralisiert werden müssen. 1967 wird der Produktionsstandort in Ezy-sur-Eure gebaut, 1974 folgt ein weiterer Standort in Nevers, während der Geschäftssitz und das Zentrallager 1970 in Morangis angesiedelt werden.

FACOM wird 1960 erstmals Marktführer in der Werkzeugherstellung. Der Katalog, der zu diesem Zeitpunkt 100 Seiten stark ist, hat eine Auflage von 100 000 Exemplaren. Das Werkzeugprogramm und die Ausstattung für Autowerkstätten werden noch um viele Neuentwicklungen erweitert.

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